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Werbung in ChatGPT: Was das für dein Unternehmen bedeutet

Seit Ende August zeigt ChatGPT in Deutschland Anzeigen. Wer sie sieht, wie sie ausgespielt werden – und ob du dich jetzt darum kümmern musst.

Werbung in ChatGPT: Was das für dein Unternehmen bedeutet
Befund

ChatGPT zeigt seit Ende August auch in Deutschland Anzeigen – als markierte Box direkt unter der Antwort. Viele Unternehmer fragen sich jetzt, ob sie dort präsent sein müssen, bevor die Konkurrenz es ist.

Du fragst ChatGPT, warum dein Wasserhahn tropft, bekommst die Antwort – und darunter steht eine Box: „Sanitär Becker. Tropfender Hahn? Wir kommen heute noch.“ Markiert als gesponsert. Genau so sieht Werbung in ChatGPT aus, und seit Ende August gibt es sie auch in Deutschland. Hier die vier Dinge, die du dazu wissen solltest.

1. Wer die Anzeigen sieht

Nur Nutzer der kostenlosen Version und des Go-Tarifs. Wer Plus, Pro oder Business bezahlt, bleibt werbefrei. Unter 18 gibt es gar keine Anzeigen. Das heißt: Du erreichst vor allem Privatnutzer, die ChatGPT gelegentlich für Alltagsfragen benutzen – nicht die Power-User und nicht die Firmenkunden mit Business-Account.

2. Es gibt keine Keywords

Das ist der größte Unterschied zu Google Ads. Du buchst kein Suchwort. Die Anzeige richtet sich nach dem Gespräch: Wer gerade nach einem Handwerker fragt, kann deine Handwerker-Anzeige sehen. Wer über ein Rezept chattet, sieht etwas anderes. Du gibst also Thema und Zielgruppe vor, nicht den exakten Suchbegriff – und hast damit weniger Kontrolle, als du es von Google gewohnt bist.

3. Nicht für jeden

Bei Gesundheit, Psyche und Politik erscheinen keine Anzeigen. Praxen und Therapeuten gehen damit leer aus, genauso wie alles, was in diese Themenbereiche fällt. Für Handwerk, Dienstleistung, Gastro und Handel ist der Kanal dagegen offen.

Spannend, aber noch jung. Es fehlen Vergleichswerte – und wer lokal sucht, googelt meist noch.

4. Meine Einschätzung

Ich finde das Format spannend, aber ich würde dir aktuell nicht empfehlen, Budget von Google oder Meta dorthin zu verschieben. Drei Gründe:

  • Keine Vergleichswerte. Niemand kann dir heute seriös sagen, was eine Anfrage über ChatGPT kostet. Bei Google weißt du das nach zwei Wochen.
  • Lokal wird noch gegoogelt. Wer einen Klempner in Olpe sucht, geht zu Google oder Maps. ChatGPT ist für Fragen da, nicht für „wer ist in meiner Nähe“.
  • Die Basis fehlt oft. Wenn Google Business Profil und Website noch nicht sauber sind, bringt dir ein neuer Kanal gar nichts – die Leute landen auf derselben Seite.

Lohnt sich das für dich?

Wenn du eine gut laufende Google-Kampagne hast und ein paar hundert Euro für einen Test übrig, kannst du in ein paar Monaten reinschauen. Alle anderen: Erst die Grundlagen, dann die Experimente – der Website-Check in 7 Punkten zeigt dir in einer Minute, wo du stehst. Unsicher? Schreib mir kurz, ich schau drauf – unverbindlich.

Rezept

Beobachten, nicht hetzen. Das Format ist jung, Vergleichswerte fehlen, und wer lokal sucht, googelt meist noch. Erst Google Business Profil und Website in Ordnung bringen, dann in ein paar Monaten mit kleinem Budget testen.

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